Spielanalyse – Dein Weg zum erklärten Spiel

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Christina

 

Es schreibt den 13. Juli 2014, 21:00 Uhr Ortszeit. Genau 113 Spielminuten später löst sich endlich die aufgebaute Spannung und der unermessliche Druck von Millionen Menschen. Alle, die in diesem Moment im Bann des Fußballs waren, werden sich daran erinnern, dass Mario Götze, ein 176cm großer und 1992 geborener Mann, die Hauptfigur in diesem Augenblick war. Mindestens genauso viele können sagen, dass die Torvorlage von André Schürrle, einem in Ludwigshafen am Rhein geborenen Mann, kam.

Vielleicht erinnern sich auch noch einige daran, dass die deutsche Nationalmannschaft in diesem Spiel in einer 4-2-3-1 Grundordnung gespielt hat und nicht wie in der Vorrunde und im Achtelfinale in einem 4-3-3. Wenige werden sich aber daran erinnern oder garnicht wissen, dass Deutschland in diesem Spiel 641 erfolgreiche Pässe gespielt hat und 64% Ballbesitz hatte. Noch weniger Personen bis Keiner wird wissen, wie sich die beiden offensiven Spieler Thomas Müller und Mesut Özil im Verlauf der Spielzeit zu ihrer Position realtaktisch verhalten haben. Mesut Özil ist von seiner linken Position viel nach Innen eingerückt, um dort die meisten Bälle in den Halbräumen zu suchen. Thomas Müller hat auf seiner rechten Position weniger Läufe direkt nach vorne gemacht um hingegen viele diagonale Wege zu gehen.

 

Der Ursprung der Daten zur Spielanalyse

 

Woher kommen also diese ganzen Daten, Fakten, Fachbegriffe und das Wissen dazu, welches wir als Zuschauer entweder nur beiläufig oder gar nicht mitbekommen? Genaue diese Dinge, die als kleiner Ausschnitt vom WM-Finale 2014 stammen, kommen aus dem Bereich der Spielanalyse.

Ganz einfach erklärt ist die Spielanalyse ein Werkzeug aus dem professionellen Fußball, um aus vielen verschiedenen Daten, Fakten und Spielszenen eben jene Muster zu suchen, die einen letztendlich dazu bringen, mich als Spieler oder als Mannschaft zu verbessern. Dabei kann die Spielauswertung auf einer sehr subjektiven Ebene stattfinden. Die simple Bewertung des Spiels als Zuschauer am Spielfeldrand beispielsweise ist bereits eine Form der Spielanalyse im Fußball – die Einschätzung, welche Mannschaft subjektiv empfunden für mich besser oder schlechter war, wer für mich auf dem Spielfeld der beste Spieler war.

Mit dieser sogenannten subjektiven Eindrucksanalyse wird es aber dann schwierig, wenn es wirklich darum geht, dass ich als Trainer einer Mannschaft aufzeigen möchte, warum genau wir verloren haben. Deshalb ist es hilfreich die Spielanalyse auf einer objektiveren Ebene stattfinden zu lassen.

 

Wie funktioniert die Spielanalyse?

 

Eine der gängigsten und populärsten Methoden der Spielanalyse ist, dass ich das Spiel meiner Mannschaft filme. Dazu benötige ich im Idealfall nur eine geeignete Kamera, eine Person, die diese hält oder ein Stativ und eine optimale Position der Kamera, um möglichst alle Spieler filmen zu können. Mit Hilfe der Videoaufnahme kann ich mir dann später alle Spielsituationen fernab aller emotionalen Einflüsse, die während des Spiels auf einen einwirken, anschauen. Als Trainer kann ich dabei differenzieren, welche Szenen für mich relevant sind und diese für mich analysieren.

Beispielsweise kann ich bei einer sogenannten qualitativen Spielbeobachtung darauf achten, was in diesem Spiel gut und nicht so gut geklappt hat:

  • Warum habe ich in Spielminute 28 ein Gegentor bekommen?
  • Weshalb stand mein linker Innenverteidiger zu weit im deckungsfreien Raum?
  • Warum verlieren wir den Ball im Spielaufbau immer über die rechte Seite?
  • Aus welcher entscheidenden Situation ist mein Führungstor entstanden?
  • Wer spielt die meisten Pässe in die Tiefe?
  • Warum gewinnt mein rechter Verteidiger jeden Zweikampf?

Habe ich für mich nun alle Fragen beantwortet, mir alle wichtigen Szenen angeguckt und analysiert, kann ich nun aus diesen Erkenntnissen Rückschlüsse daraus ziehen, was genau meine Stärken und Schwächen sind. Zum Beispiel kann ich auf einer Videoaufnahme kontrollieren, ob meine Viererkette schnell genug nach einer Spielverlagerung zum Ball hin verschiebt oder zu langsam ist und somit auf der ballfernen Seite zu viel Raum für Angriffsvorträge meines Gegner lässt und meine Mannschaft dadurch unzählige torkritische Situationen zulässt.

Wenn ich also eine Schwäche erkannt habe, kann ich mir als Trainer geeignete Trainingsübungen heraussuchen, überlegen oder entwickeln, die mir helfen meine Schwächen zu trainieren und auszubessern. Im nächsten Schritt würde dann wiederum meine Leistungsfähigkeit als Mannschaft steigen, da ich als Viererkette nun besser zum Ball hin verschiebe und so weniger Torchancen des Gegners zulasse.

 

Spielanalyse

Heatmap zur Spielanalyse

Die Quantitative Spielanalyse

 

Durch diesen Prozess entwickelt sich also eine Wechselwirkung zwischen Wettkampf, Training und Leistungsfähigkeit. Möchte ich als Trainer aber die subjektiven Analysen komplett minimieren, da diese immer vom Beobachter selbst abhängig sind oder möchte die Analyse meiner Spielaufnahme durch rein objektive Dinge untermauern, kann ich zusätzlich auf die sogenannten quantitative Spielanalyse zurückgreifen. Die quantitative Spielanalyse bezieht sich rein auf Daten und Fakten, welche durch technische Apparate erhoben werden und so genannten Trackingdaten generieren.

Habe ich solche objektiven Daten als Trainer vor mir liegen, kann ich überprüfen, ob meine Viererkette wirklich zu wenig läuft oder in welchen speziellen Räumen sich die einzelnen Spieler größtenteils aufhalten. Daraus kann ich dann wiederum weitere Rückschlüsse ziehen und meinen Spielern unabhängig von gefilmten Spielszenen aufzeigen, dass ihre Schwächen in generierten Daten zu sehen sind.

 

Mittels Spielanalyse das Fußballspiel erklären

 

Mittels einer Kombination von verschiedenen Methoden der Spielanalyse habe ich somit die Möglichkeit mich als Team langfristig zu verbessern und erfolgreicher zu sein. Wenn ich mir möglichst objektiv vor Augen halte, was ich eigentlich auf dem Spielfeld mache.

Am Ende des kleinen Ausschnitts dieser großen Thematik sollte gesagt sein, dass die Spielanalyse im professionellen Fußball in ihrer kompletten Art und Weise dazu da ist, das Fußballspiel möglichst gut zu erklären. Sie dient dazu Muster in allen Aktionen auf dem Feld zu finden und sie am Schluss umzumünzen, sodass diese mir langfristig als Mannschaft, als Spieler, als Trainer weiterhelfen.

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Quellen:

http://fussballtraining.com/blaetterfunktion/wm_analyse_2014/#71/z

Einführung in die Trainingswissenschaft / Andreas Hohmann; Martin Lames; Manfred Letzelter.— 4., überarb. u. erw. Aufl. — Wiebelsheim: Limpert-Verl., 2007.

Dreckmann, C. & Görsdorf, K. (2008). „Video aufstehen.“ – QSB im Fokus von Coaching & Computerscience. In M. Lames, C. Augste & C. Dreckmann (Hrsg.), Gegenstand und Anwendungsfelder der Sportinformatik. Sport und Buch Strauß: Köln

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