Funktionskleidung im Fußball

Die Tage werden kürzer, die Temperatur nimmt ab und es regnet immer häufiger. Der Herbst ist da und mit ihm die Erkältungszeit. Kein Wunder, dass eine Grippe die nächste nach sich zieht, wenn man keine Maßnahmen zur Krankheitsprävention ergreift und Abend für Abend bei Wind und Wetter auf dem Trainingsplatz steht. Doch neben der ausreichenden Zufuhr von Vitamin C gibt es noch eine weitere Möglichkeit die ein oder andere Erkältung gezielt abzuwehren. Die Rede ist hier von der zweiten Haut eines jeden Sportlers, der Funktionskleidung. Doch wofür brauchen wir als Fußballer überhaupt Kleidung? Und wie funktionieren diese besonderen Funktionsshirts von Adidas und Co. eigentlich?

 

Die Bedeutung der Funktionskleidung

 

Funktionskleidung wird definiert als „Kleidung aus atmungsaktivem, Wasser abweisendem und den Schweiß aufnehmendem Kunstfasergewebe“ (Duden). Das zeigt ja schon, dass Funktionswäsche im Fußball, wie der Name schon sagt, eine Funktion, also eine Aufgabe erfüllt. Bei dieser Aufgabe handelt es sich um die sogenannte Thermoregulation. Das bedeutet, dass die Körpertemperatur bei wechselnden äußeren Einflüssen möglichst konstant gehalten wird. Unser Körper fühlt sich nämlich am wohlsten, wenn ein Gleichgewicht zwischen Wärmeproduktion und Wärmeabgabe erreicht wird. Daher ist die Funktionskleidung eine Möglichkeit für uns im Fußballtraining einen Wärmeverlust zu vermeiden oder bei Anstrengung Wärme gezielt nach außen abzuführen.

 

Welche Funktion erfüllt Funktionskleidung?

 

Den größten Unterschied zur normalen Kleidung hat die Definition aus dem Duden schon vorweggenommen. Der liegt nämlich im Material. Während unsere herkömmliche, alltägliche Kleidung aus Baumwolle hergestellt ist, eignet sich das Material nicht für die Thermoregulation. Baumwolle kann bis zu 60% des Eigengewichts an Flüssigkeit (in unserem Fall als Fußballer Schweiß) aufnehmen, allerdings kann diese Flüssigkeit nicht nach außen abgegeben werden. Dazu kommt, dass Fußballbekleidung schnell trocknen sollte. Daher werden für die Funktionswäsche, zu der wir für das Fußballtraining im Herbst und Winter greifen andere Materialien verwendet. Hier werden Materialien wie Polyester, Polypropylen und Polyamid eingesetzt. Also synthetische Stoffe, die zwischen null und fünf Prozent des Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen können. Um den Körper vor dem auskühlen zu wahren, wird hier auf Wolle oder Fleece zurückgegriffen.

Neben dem Material spielen aber auch noch die Passform und die Verarbeitung eine wichtige Rolle. Um beim Fußball im Winter das Bestmögliche aus unserer Funktionskleidung herauszuholen, sollte man sich an besonders kalten und nassen Tagen nach dem sogenannten ‚Zwiebelprinzip‘ kleiden. Das bedeutet, dass man mehrere Schichten übereinander trägt. Dabei ist zu beachten, dass die unterste Schicht möglichst eng anliegen sollte und bestenfalls aus einem der synthetischen Materialien bestehen, damit Feuchtigkeit und Schweiß nach außen abtransportiert werden können. Darüber sollte man eine Schicht tragen, die bei Wind und Wasser Schutz bietet.

 

Das Zwiebelprinzip – mehrere Funktionsschichten an kalten Tagen

 

Die unterste Funktionsschicht: Aufgabe dieser Kleidungsschicht ist es, die Temperatur, sowie Feuchtigkeit und Geruch zu regulieren. Die Kleidung sollte entsprechend eng anliegen, ideal ist Funktionsunterwäsche oder eng anliegende Funktionshemden

Die zweite oder mittlere Wärmeschicht: Diese Kleidungsschicht dient der Isolation. Entsprechend der Wetterlage, der Aktivität und dem eigenen Kälteempfinden sollten Kleidungsstücke aus funktionalen Materialien getragen werden. Wer es besonders warm mag kann als zweite Schicht auch Kleidung aus Fleece tragen.

Die äußere Schutzschicht: Es empfiehlt sich, an besonders kalten und stürmischen Tagen oder bei Regen sollte zudem eine Schicht aus einem wind- und regenabweisenden Material zu tragen.

Accessoires: Bei Temperaturen Rund um Null Grad oder bei besonders kaltem Wind ist es ratsam zudem wärmende Accessoirs zu tragen, wie Handschuhe, Halstuch und Mütze.

 

Welche Vorteile bietet Funktionskleidung für Fußballer?

 

Funktionskleidung schön und gut, aber was genau bringt sie mir beim Fußball eigentlich? Wir ihr aus eigener Erfahrung kennt, ist Fußball ein Spiel, indem es durchaus öfters zu Unterbrechungen kommen kann. In diesen kurzen Pausen trägt die Funktionskleidung dazu bei, dass die Muskulatur nicht auskühlt. Dadurch werden leichte Muskelverletzungen, wie zum Beispiel Zerrungen vorgebeugt. Zusätzlich dazu hilft Funktionskleidung Fußballern aber auch dabei, bei anstrengenden Spielen mit hohen Belastungen ohne Pausen zum Abkühlen, die Körpertemperatur auf einem normalen Level zu halten.

Ihr seht also, dass eine adäquate Kleidung euch sowohl im Fußballtraining als auch im nächsten wichtigen Spiel ein treuer Begleiter sein kann. Dieser Begleiter kann euch sowohl vor Überhitzungen, als auch vor Unterkühlungen (und damit verbunden vor Erkältungen) bewahren. Zusätzlich hilft euch Funktionskleidung Verletzungen vorzubeugen. Abschließend lässt sich also sagen, dass ihr mit der richtigen Art von Kleidung im Fußball die Möglichkeit habt die kalte Saison krankheitsfrei zu bleiben und kein Spiel oder Training mehr zu verpassen.

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Quelle:

Mecheels, Jürgen. (1998). Körper – Klima – Kleidung. Wie funktioniert unsere Kleidung? Berlin: Schiele & Schön.

Miller, Franz: Wearables – Kleider mit Grips. (2003). Fraunhofer Magazin, 3 (4), S. 32–33. München.

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