Kälteanwendungen – der Mythos "Eistonne"

Nicht nur in der Bundesliga, auch in den restlichen deutschen Fußballligen geht die Vorbereitung auf die neue Saison los. Viele Vereine sind gerade im Trainingslager oder führen in der Heimat intensive Trainingsphasen durch. Oftmals sieht man in den Medien Fußballer, die in einer sogenannten Eistonne sitzen. Der Begriff Eistonne geht auf den deutschen Spieler Per Mertesacker zurück, der das Wort erstmals bei einem Interview nach dem WM-Spiel gegen Algerien 2014 in den Mund nahm. Im Folgenden wollen wir auf das Thema Kälteanwendungen eingehen, euch aufzeigen warum genau die Spieler das machen und was sich die Spieler bzw. Trainer dadurch erhoffen.

Eine hohe Trainingsfrequenz und eine erhöhte Intensität führen zu erheblicher Ermüdung. Das Anforderungsprofil an einen Fußballer ist umfangreich, ebenso das Trainingspensum. Damit sich die Ermüdung nicht negativ auf die Leistung der Spieler auswirkt und keine Verletzungen riskiert werden, ist es notwendig gezielt zwischen Belastungs- und Erholungsphasen abzuwechseln. Das erfordert eine optimale und fundierte Planung. Um die Erholungsphasen zu verkürzen, bzw. die benötigte Zeit für eine ausreichende Erholung zu verkürzen, setzen viele Trainer auf regenerationsfördernde Maßnahmen.

 

Kälteanwendungen zur Unterstützung der Regeneration

 

In der Sportmedizin wird die umgangssprachlich als Eistonne bezeichnete Maßnahme als Kaltwasserimmersion (KWI) bezeichnet. Die Anwendung einer Eistonne ist vergleichsweise einfach und kostengünstig. Man benötigt keine professionelle Ausrüstung, es reicht eine große Regentonne oder ein handelsübliches Planschbecken, das mit kaltem Wasser gefüllt wird. Nicht nur im Fußball, auch in der Leichtathletik, im Handball oder im Rugby erfreut sich die Eistonne als kältetherapeutische Regenerationsmaßnahme großer Beliebtheit.

Die allgemeine Datenlage zur Kaltwasserimmersion ist recht heterogen. Damit die Eistonne als Regenerationsmaßnahme sinnvolle Ergebnisse zeigen kann, sollte man direkt nach der Belastung für 10-12 Minuten in das kalte Wasser steigen. Dabei sollte das Wasser eine Temperatur von 10-15°C haben. Wichtig ist, dass ein möglichst großer Teil des Körpers von dem kalten Wasser umgeben ist. Der Effekt der Eistonne ist einfach. Aufgrund des kalten Wassers kommt es zu einer verstärkten Durchblutung, somit wird der Abtransport von Stoffwechselprodukten gefördert. Dies fördert die Erholung. Auch Muskelkater kann die Eistonne lindernd entgegenwirken.

Ähnliche Effekte werden Wechselbädern zugeschrieben. Dabei sollte der Sportler mindestens 3-4 Mal in das kalte Wasser eintauchen und zwischen den Bädern eine etwa einminütige Pause einlegen. Besonders für Sportler, die ein andauerndes kaltes Bad als unangenehm empfinden eignen sich Wechselbäder.

 

Kälteanwendungen vor dem Wettkampf

 

Studien zeigen, dass das sogenannte Pre-Cooling, also das Anwenden von Kältemaßnahmen vor der Belastung besonders bei hohen Außentemperaturen positive Auswirkungen auf die Leistung haben kann.

Das Pre-Cooling findet im Leistungssport vor allem in Form von Kältewesten Anwendung, kann aber auch einfach mittels kalter Handtücher erfolgen. Der Effekt ist folgender: durch das Kühlen wird die Körpertemperatur gesenkt. Diess hat zur Folge, dass die Wärmespeicherkapazität erhöht wird. Die Belastung kann bei hoher Außentemperatur somit länger ohne Leistungseinbuße aufrechterhalten werden. Auch in Halbzeitpausen kann es bei hohen Temperaturen über 30°C durchaus sinnvoll sein Pre-Cooling-Maßnahmen anzuwenden. Auch kühle Getränke können hilfreich sein.

 

Kälteanwendungen bei Verletzungen

 

Die Wohl bekannteste Anwendung von Kältemaßnahmen ist das Kühlen von Verletzungen. Dabei handelt es sich um eine Akutbehandlung von traumatischen Verletzungen des Bewegungsapparates. Nach einer akuten Verletzung Verletzung sollte die sogenannte PECH-Regel angewendet werden.

 

Pause

Eis

Compression

Hochlegen

 

Wichtiger Bestandteil der PECH-Regel ist auch das Kühlen. In Form von Kühlpacks oder kalten Umschlägen lassen sich Verletzungen einfach kühlen. Oftmals sieht man auch, dass Eissprays verwendet werden. Hier sollte allerdings unbedingt die Packungsbeilage beachtet werden, da Eissprays schmerzhafte Kälteverbrennungen aufgrund der plötzlichen starken Kälte hervorrufen können. Für das Kühlen im Allgmeinen gilt, dass die Kältequelle niemals direkt auf die verletzte Körperstelle aufgelegt werden sollte, vielmals sollte ein Tuch oder ein Shirt zwischen der Körperstelle und beispielsweise dem Kühlpack die Haut vor zu starker Kälte schützen. Auch ist es wichtig, dass beim Kühlen immer wieder kurze Pausen eingelegt werden, damit die betroffene Stelle nicht unterkühlt.

Mit unserem Performance-Tracker kannst Du dich zwar nicht kühlen aber Du kannst Deine Leistung genau analysieren. Du kannst sehen ob Du schon wieder topfit bist oder noch etwas Regeneration benötigst.

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Quellen:

http://www.bisp.de/SharedDocs/Downloads/Publikationen/Jahrbuch/Jb_200910_Artikel/Meyer_349_352.pdf?__blob=publicationFile

http://www.weser-kurier.de/sport/euro2016_artikel,-Warum-es-sinnvoll-ist-sich-minutenlang-in-die-Eistonne-zu-hocken-_arid,1394179.html

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